Einleitung

Bereits seit dem 17. Jahrhundert war "Amerika" für viele auswanderungswillige Europäer ein Lockruf, der Reichtum, Glück und Freiheit versprach. Vor allem aus religiösen und wirtschaftlichen Gründen verließen Menschen ihre europäische Heimat, um sich auf dem immer noch "neuen" Kontinent anzusiedeln. Im 19. Jahrhundert kam es zu einer wahren Auswanderungswelle. Viele Deutsche wanderten aus, um den beengenden, zum Teil auch prekären Lebensbedingungen zu entkommen. Zeitgleich entwickelte sich eine florierende "Auswanderungsökonomie" - viele Unternehmen und Reedereien spezialisierten sich auf das Auswanderungsgeschäft. Besonders den deutschen Hafenstädten Bremen bzw. Bremerhaven und Hamburg kam dabei Bedeutung zu.

 

Was bewegte die Menschen, Heim, Hof und Familie zu verlassen, wie "funktionierte" die Übersiedlung nach Amerika, wie fanden sich die Migranten in ihrer neuen Heimat zurecht und auf welche Weise wurden die Verbindungen zur alten Heimat gepflegt - diesen Fragen soll in dem Projekt "Ostfriesen in Amerika" des Museums Leer am Beispiel der Amerika-Auswanderung aus Ostfriesland im 19. und 20. Jahrhundert nachgegangen werden. Die hier zusammen getragenen Daten und Ergebnisse fußen u.a. auf der mehrjährigen Sammelarbeit des Leeraner Heimatforschers Heinrich Böckmann. Sie umfassen auch eine genealogische Datenbank. Über sie wird es möglich sein, die Namen der zwischen 1846 und 1990 ausgewanderter ostfriesischen Familien online zu recherchieren.

 

Parallel zum Aufbau dieser Webseite wird auf der Facebookseite des Museums Leer regelmäßig aus dem Alltag von Amerika-Ostfriesen aus den 1950er und 1960er Jahren berichtet. Die Mitteilungen wurden über das gedruckte Wort übermittelt: Die „Ostfriesischen Nachrichten“ und die "Ostfriesen Zeitung" aus Wall Lake/Iowa. Diese Zeitungen dienten den Ostfriesen in Amerika dazu, sich untereinander auszutauschen – aber auch Mitteilungen an die alte Heimat zu senden.

Einige der hier verwendeten Illustrationen sind Holzstiche aus dem 19. Jahrhundert. Sie stammen aus "Leslie's Illustrierter Zeitung". Diese 1857 gegründete Zeitung hatte eine Auflage von bis zu 41.000 und wurde in den USA für eine deutsche Leserschaft herausgegeben. Es handelte sich nicht um eine spezifisch ostfriesische Zeitung.

 

Die Zeitung war bekannt für die herausragenden Illustrationen und die engagierten Pressezeichner. Die Bilder sind weniger neutrale Abbildungen der Realität, sondern vermitteln eher den subjektiven Eindruck, den der Zeichner hatte. Damals wie heute können mit Bildern Politik betrieben, eine Meinung verbreitet, oder auch Vorurteile bestätigt bzw. aufgelöst werden.